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Veranstaltungsart:  Rock, Pop, Jazz & CO
NoRMAhl
special guest: Träum weiter
Beginn: Samstag, 24. April 2010 21:00 Uhr
Ort: INTUS 
Preis: Eintritt: 10,- €, VVK: 8,- € plus 1,- Bearbt. Geb. , Einlass ab 12 Jahre


Email: info@buergerhaus-botnang.de
URL: http://www.normahl.de

NORMAHL
Das ist Punk
NoRMAhl 1978 – 2007. Die Band, die Bewegung


London,1977. Die Sex Pistols revolutionieren mit „God Save The Queen“ den
musikalischen Zeitgeist. Zusammen mit Bands wie The Exploited oder die UK Subs setzen
sie eine Bewegung in Gang, die ihren ersten Slogan „No Future“ längst überlebt und
ad absurdum geführt hat: Punk.


Stuttgart, 1978. Im Karls-Gymnasium überschreiten fünf 14-jährige erstmals öffentlich
die Grenzen das damals gängigen musikalischen Anstands. Ohne Grundausbildung, aber mit
der Fähigkeit, Wut und Frustration in Worte und Töne zu transformieren, missionieren sie die
ersten 40 Schüler für „ihre“ Religion: Punk.


Stuttgart, 2007. 29 Jahre, 2500 Auftritte 25 000 Biere und mehr als einem Dutzend Tonträger später zeigt Deutschlands einzige Punkband
der ersten Stunde allen Plastik-Poppern den Stinkefinger – einem authentischen Querschnitt erlebter Popkultur: „Das ist Punk“.


Die Rückkehr des Punk

Selbst wenn er von Revolte erzählt und Aufruhr, wirkt er nicht wie ein Revoluzzer; eher wie ein Lausbub: flink und immer auf dem Sprung,
wendig in Gedanken und Mimik. Lars Besa, Cheftexter, Schreiber und Frontman von NoRMAhl, hat diesen „Falls ich dich mal über den Tisch
ziehen muss, hab ich`s bestimmt nicht böse gemeint“- Charme. Eine Straßenkatze – man könnte ihn aus jeder Höhe runter werfen, er würde
auf den Füßen landen. Als Sänger der Winnender Punk-Gruppe „NoRMAhl“ hat er ein Stück deutscher Musikgeschichte mitgeschrieben.
1996 waren sie nach 18 gemeinsamen Jahren auseinander gegangen – nicht gerade im Frieden. 2002 setzten sie sich doch wieder an
einen Tisch: Sie mussten Zweitverwertungsrechte alter Songs besprechen. Die Atmosphäre war gespannt. Die ersten Worte kamen tröpfelnd.
Besa servierte Bier. „Nach der ersten Kiste waren wir uns einig, dass man wieder was miteinander machen muss.“ Am Ende stand die
Wiedervereinigung, ein Album „INRI 21“, eine Tournee mit nie geglaubten, randvollen Konzert-Sälen.


Am Anfang war die Revolte
Ende der 70er-Jahre-Punk, das war damals eine einzige rauschhafte Gärung: „revoltieren gegen das Bestehende, und zwar gegen alles
Bestehende“, leidenschaftlich, maßlos, und nicht unbedingt differenziert. Die Punks wüteten gegen „die“ Popper (das waren die mit den
schnieken Seitenscheiteln) – und „unsere ersten Feinde: die Hippies“. Denn die wollten im Juze Rock-Discos machen statt Pogo-Partys.
„Man war jung. Da geilt man sich an Sachen auf, die man heute an sich vorbei laufen lassen würde.“
Sie lümmelten auf Parkbänken oder hingen an Bushaltestellen rum, in ihren Lederjacken, zerrissenen Jeans, mit ihren seltsamen Frisuren,
die aussahen wie ein Protestschrei gegen jede Haarmode der Weltgeschichte, und füllten „einige Aktenordner bei der Winnender
Polizei“. Die Punks fühlten sich von „den Spießern“ missachtet – aber natürlich „haben wir auch Leute, die vorbei gelaufen sind,
blöd angemacht. Hat einfach dazu gehört.“Aktion und Reaktion: „Beides war wichtig“, sagt Lars Besa und lacht.
Es gehörte zum Spiel, dass sich jemand aufregte. Wenn sich niemand über die Punks empört hätte, worüber hätten
sich dann die Punks empören können?


Musik, aus Trotz geboren
NoRMAhlspielten ihr erstes Konzert 1978 am Karlsgymnasium in Stuttgart; eine deutsche Punkband der allerersten
Stunde. Der Wirbel um die Sex Pistols in England war erst ein Jahr her.
Es muss ein komisches Ereignis gewesen sein. Im Saal: brave Schüler; ein VfB-Fan-Club; ein paar Rocker. Die Band
beherrschte vier Lieder und spielte jedes drei Mal. In den Ohren des Publikums ergab das zwölf –„wir waren nicht
so perfekt, dass jemand gemerkt hätte, dass das immer die gleichen sind.“ Besa war 13 Jahre alt.
Beim Winnender City-Treff spielten sie ein Lied namens „Fahneneid“. Zwei Stände weiter war die Reservisten-
Kameradschaft und schrie „Drecksäcke“ und „Vaterlandsverräter“. NoRMAhl spielten das ganze noch einmal,
bloß lauter.
Einmal saß die Band jenseits der Sperrstunde in der Kneipe. Die „Bullen“ kamen, „meinten, sie müssen aufräumen“
und „haben eine Schlägerei angefangen“. Später bestätigte ein Kollege der Beamten die Darstellung der Punks.
Ein ander Mal wurden sie angezeigt wegen einer Liedzeile: „Haut die Bullen platt wie Stullen.“ Sie wurden nicht
verurteilt. Künstlerische Freiheit.
Es gäbe auch andere Geschichten zu erzählen, Geschichten, in denen die Punks etwas mehr waren als bloß die
verfolgte Unschuld. Diese Geschichten schildert Besa nicht so breit. Aber er weiß: Die Punks trugen auch ihr Maß
Schuld an Eskalationen. „Klar. Selbstverständlich. Wir wollten schon provozieren.“


Erfolg und Überdruss

1980 nahmen NoRMAhl die erste Schallplatte auf, und Besa flog von der Schule, wie „auch die meisten anderen
irgendwie“. Sie spielten in Frankfurt und Berlin, in einem Plattenladen dort standen sie in den „Verkaufs-Charts“
auf Platz drei und dachten: „Jetzt brauchen wir keine Schule mehr.“
Sie suchten für ihre Musik nach alternativen Vertriebswegen jenseits der Mechanismen der Musik-Industrie, tauschten
ihre Scheiben mit denen von Hamburger Bands. So kam Punk aus dem Norden in Stuttgarter Plattenläden und
Winnender Punk in Hamburger Regale. Die nächsten von insgesamt zwölf LPs erschienen bei einer kleinen Firma
– und dann landeten NoRMAhl bei BMG Ariola. Manche Fans der ersten Stunde schrien „Verrat!“ und „Kommerz!“
Erfolg machte verdächtig in der Szene. Sie tourten durch die Schweiz, die Tschechoslowakei, Österreich, Südtirol,
Norddeutschland, irgendwann „hat man keine Unterhose mehr“ und ist „ein bisschen verroht“. Es war „wie in einer
Ehe – du bist 30, 40 Tage unterwegs, du hockst dauernd aufeinander“ und teilst den immergleichen Alltag aus Bühne,
Hotel, Party, Busfahrt, Bühne, Hotel.... Irgendwann hatten sie einander rechtschaffen satt.


Nachdenken über Suff und Heimat
Sie haben viel gesoffen. „Wenn man so unter sich ist, fällt das gar nicht auf so auf, weil sich alle auf demselben
Pegel bewegen. Aber wenn sich das einer von außen angesehen hätte, denke ich, das wäre dem schon extrem
vorgekommen. „Trinken war ein Ritual, um hinüberzugleiten in eine rauschhaft verschworene Welt aus Entfesselung
und Lärm und Gleichgesinnten, wo man sich gemeinsam besaufen konnte an seiner unbändigen, lustvollen Wut.
Die Droge konnte befreien und zusammenschweißen – der die Hirne stumpf machen und jeden scharfen Gedanken
einsperren wie hinter Milchglas. „Es gab Zeiten, da war ich so fett gesoffen und aufgeschwemmt, da hab ich
100 Kilo gewogen.“ Der Lars Besa von heute wirkt drahtig und durchtrainiert. Er ist 42 Jahre alt, sieht aber jünger aus.
„Ich laufe jeden Morgen und mach´ ein bisschen Gymnastik“.


Er ist „recht gern“ in der Provinz. Aber ein echter Punker müsste Leutenbach eigentlich doch als Spießer-Nest
betrachten?! Ja nun, „ich glaub´ nicht, dass Spießertum sich prinzipiell auf dem Land abspielt“. Er sieht heute
manches anders: Ob Punk oder Schrebergärtner – beide sind kleine Rädchen im Getriebe der Globalisierung und
empfinden (manchmal zumindest) dieselbe ratlose Angst angesichts des Zustands der Welt. Und außerdem:
Nicht mal früher war die kleine Leutenbacher Welt nur ein Käfig, sie war immer auch ein Zuhause: NoRMAhl
übten in Leutenbach. Der halbe Flecken hörte mit. Niemand beschwerte sich groß.


Alte Gefühle auf neuer CD
Die Jugend mag es klipp und klar: Gut oder Böse, Zorn oder Ekstase, „wir“ oder „die da“. Mit dem Alter lernen die
meisten Leute, die Zwischentöne zu schätzen. Insofern war die letzte NoRMAhl-CD „Voll Assi“ bei aller wortreichen
Wut nostalgisch. Fünf Männer weit jenseits der 40 beschließen: Lasst uns alte Eindeutigkeiten nochmal beschwören.
Früher surften NoRMAhl auf der Bugwelle des Zeitgeistes und waren so alt wie ihre Fans. Heute sind die Helden
von einst gut 20 Jahre älter als die rebellische Jugend, falls es irgendwo noch so etwas gibt. Kann dieses Comeback
funktionieren?


Die Musik erweist sich als ewig jung: „You can´t beat guitar, bass, drum“, sagte Lou Reed. Und egal, wann er
das behauptet hat, der Satz stimmt immer. Mick Scheuerle lässt sein Instrument röhren und singen, schmutzig
und strahlend zugleich. Scobo Skobowsky ( Schlagzeug) und Manny Rutzen (Bass) liefern ein hoch energetisches
Fundament. Die Soli sind kurz, die Breaks kommen auf den Punkt, die Band kann leiser werden, ohne abzuschlaffen,
und voll reinlangen, ohne schlampig zu klingen. In den besten Momenten entsteht etwas, das mehr ist als die Summe
der Teile: Alle zusammen verschmilzen zu einem einzigen Instrument namens „Rock´n´Roll-Band“.


Kontakt
NoRMAhl-Management
Postfach 43
D-71395 Leutenbach
Email:
punk@normahl.de
www.normahl.de

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